Review meines Knaus Boxlife 630 ME Model 2020 – Meine Erfahrungen nach einem Jahr

Einleitung

Hier stelle ich euch meinen Knaus Boxlife 630 ME vor. Ich habe diesen Van nun seit etwas über einem Jahr und möchte meine Erfahrungen mit euch teilen.

Bestellt habe ich den Van im Herbst 2019 auf der Caravan Messe in Barcelona, was mir, so glaube ich zumindest, einiges an Rabatt eingebracht hat. Leider war dieses Modell nicht auf der Messe ausgestellt, ich kannte es nur aus Videos und auch nur Vorgängermodelle. 

Danach begann eine wirklich harte Zeit, nämlich die Wartezeit, die ich z.B. genutzt hatte um alles mögliche an Ausrüstungsgegenständen zu bestellen und unzählige Videos zu schauen. Dabei hatte ich auch zum ersten Mal mit Erschrecken festgestellt, welchen Boom dieser Sektor gerade erlebt.

Fahrzeug/Modell

Es handelt es sich hier also einen Knaus Boxlife 630 ME auf einem Fiat Ducato 2,3 Liter mit 140 PS.

Ich habe das Maxi-Chassis mit zusätzlichen Spiral-Federn auf der Hinterachse und 18“ Bereifung. Ob man diese 18 Zoll braucht, kann ich nicht beurteilen, da ich keinen Vergleich habe.

Der Kasten hat eine Höhe aussen von 2,82 m und innen 2,18 m. Die Länge beträgt 6,36. Diese Ausmasse bringen maximalen Komfort und Stauraum bedeuten aber ach Einschränkungen, z.B. was das Parken angeht.

Ausseninstallationen

Auf dem Dach habe ich die hintere Dachhaube gegen einen Max-Fan ausgetauscht, eine Dachluke mit Ventilator, die ich auch  während der Fahrt und auch wenn es regnet offen lassen kann. Den Ventilator möchte ich nicht mehr missen.

Weiterhin befindet sich dort ein 170 Watt Solarpanel, welches leider etwas dilettantisch einfach, ohne Unterbau aufs Dach geklebt wurde und somit nicht gut unterlüftet  ist. Zum Thema Strom komme ich aber gleich noch.

An der Hecktüre habe ich einen Thule Elite Van XT Fahrradträger für zwei normale Fahrräder. Mit meinen 1,80 komme ich damit zurecht aber die Räder hängen schon recht hoch. In die eine Radschiene habe ich zwei Löcher gebohrt um dort meinen Wäscheständer anbringen zu können.

Ebenfalls als sehr praktisch, wenn auch noch nicht so oft im Einsatz, hat sich die Aussendusche erwiesen. Man hat doch mehr Platz als drinnen und man muss nichts sauber machen und abtrocknen. Ich verwende nur biologisch abbaubare Produkte und hoffe, die Natur verzeiht es mir, wenn ich mir mal die Haare wasche und Duschgel verwende. Was mir noch fehlt, ist eine Befestigung für den Duschkopf, den ich per Saugnapf oder Magnet anbringen kann. Falls Ihr da was cooles habt, lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen.

Wohnraum

Die Stehhöhe von 2,18 empfinde ich als sehr angenehm. Dafür ist er aber auch aussen knapp 3 Meter hoch, da passt man nicht unter jeden Baum. Das Fach über dem Führerhaus hat sich als sehr wertvoller Stauraum erwiesen. Hier hebe ich meine Jacken und den Fahrradhelm auf, sowie meine Stative, die somit immer Griffbereit sind.

Worüber ich sehr dankbar bin, sind die vielen Fenster, die hier verbaut sind. Einmal bringen sie viel Licht, zum anderen kann man prima durchlüften, was gerade in wärmeren Gefilden äusserst wertvoll ist.

Super zufrieden bin ich auch mit der Isolierung, ich denke mal, die ist Top. Ich habe jetzt zwar noch kein Winter-Camping gemacht, habe aber schon Nächte mit minus 4º-6º hier drinnen verbracht. Problemlos. Ich habe gesehen, dass sich manche vor die Hecktüren eine Decke hängen, weil es da reinzieht. Das Problem hatte ich bis jetzt nicht. Auch vorne im Dinettenbereich habe ich keine unangenehmen Kältebrücken gespürt. 

Die Heizung ist eine Truma 6D Kombi Dieselheizung mit 10 Liter Warmwasser Boiler. Was ich da höchstens zu bemängeln hätte, wäre die Wärmeregulierung. Die Temperatur schwankt von etwas zu kühl und warm anstelle dass sie konstant gehalten wird. 

Strom

Mein Solarpanel von wie gesagt 170 Watt speist eine 120 Ah Lithium Batterie. Damit komme ich prima aus. Im Sommer habe ich Strom im Überschuss. Und wenn es mal nicht reichen sollte, oder ich lieber im Schatten stehe, habe ich noch ein 120 Watt Falt-Solarpanel, welches ich direkt zu Sonne ausrichten kann. Das hat sich für mich als die optimale Kombi herausgestellt und ist meines Erachtens viel sinnvoller, als sich mehrere Solarpanele aufs Dach zu schrauben. Ein Kabel für Landstrom habe ich garnicht mehr dabei. Für Akkus und Staubsauger aufladen, am Notebook arbeiten und Filme schauen, Kühlschrank, Heizung, Ventilator und Licht reicht mir das völlig. 

Für 230 V habe ich noch einen 600 Watt Votronic Wechselrichter mit Netzvorrangschaltung eingebaut. Es gibt da sicherlich billigere auf dem Markt, aber ich wollte ganz sicher einen ordentlichen haben, der mir keine Probleme beim Laden des Laptops macht. Der Wechselrichter ist so angeschlossen, dass er die original verbauten Steckdosen speist, wenn er angeschaltet ist plus eine weitere, die sich in der Heckgarage befindet, wo ich z.B. meinen Staubsauger anschliesse. Und wenn ich mal an Landstrom angeschlossen sein sollte, erkennt der Wechselrichter das und holt keinen Strom mehr von der Batterie.

Internet

Eine gute Verbindung zum Internet ist für mich unumgänglich da ich ja auch hier im Van arbeite. Ich habe einen fest verbauten 4G Router mit zwei Antennen auf dem Dach. Damit komme ich eigentlich sehr gut aus. Hier in Spanien nutze ich eine Simyo Prepaid  Karte, dort zahle ich aktuell 15,50 € für 35 GB. Zusätzlich gibt es immer wieder mal Aktionen bei denen man Gigs geschenkt bekommt. Die Netzabdeckung ist absolut zufriedenstellend. 

Dinette

Die Dinette empfinde ich als recht komfortabel, hier verbringe ich viel Zeit. Hier arbeite und esse ich. Ich esse lieber drinnen als draussen, hab keine Lust mich beim Essen von Fliegen belästigen zu lassen. Und arbeiten am Bildschirm geht drinnen eh besser. Ausser es ist brutal heiss und ich kann mich in ein schattiges, luftiges Plätzchen setzen.

Was ich absolut schwach finde, ist die verbaute Elektrik hier. In diesem Bereich gab es nicht ein 12 Volt Steckdose. Die befindet sich im Küchenbereich. Hallo ihr Leute von Kanus.  Macht ihr euch eigentlich auch Gedanken, wie die meisten Menschen heutzutage im Wohnmobil reisen? Viele sitzen in der Dinette und arbeiten mit ihrem Laptop, schneiden Videos oder bearbeiten Fotos. Die Akkus von Mobiltelefon, Foto- und Film-Kamera müssen geladen werden. Wäre es da nicht angebracht, mindestens eine 12 V Steckdose hier anzubringen? Ich habe mir nachträglich eine 12V Merhfachsteckdose eingebaut. Den Strom habe ich mir von der Heizung geholt, die unter der Sitzbank verbaut ist. Dort befindet sich auch die 230 Volt Steckdose, mit der ich mein Notebook speise.

Was auch sehr schön ist, ist dass man die Sitzbank verbreitern kann, so dass auch wirklich zwei Personen nebeneinander sitzen können. 

Küche

Mit der Küche bin ich im Grossen und Ganzen zufrieden. Ich kann alles unterbringen, was ich benötige. Allerdings kauf ich in der Regel auch nur Vorräte für ca. 3 Tage – irgendwie schaffe ich es nicht weiter voraus zu planen und Gemüse kauf ich am liebsten Frisch. Konserven kommen bei mir nur seltenst zu Einsatz. Die Schubladen bieten mir genügend Platz. Nur die Auszüge könnten etwas fertiger sein, damit sie auch das Gewicht tragen können, was die Schubladen aufnehmen können. So geht die untere, die scheinbar auch am schwersten beladen ist, trotz Verriegelung während der Fahrt manchmal auf. Ich behelfe mit mit diesem Klötzchen, welches ich unter die Schublade klemme. Vielleicht tausche ich die Auszüge irgendwann mal gegen ordentlich aus. Ich sage nur Knauserig.

Der Schrank unter dem Kühlschrank soll eigentlich ein Kleiderschrank sein. Hier habe ich alle möglichen Putzutensilien, Sägemehl für die Toilette und den Mülleimer untergebracht. Der Behälter für alles reciclebare habe ich im Keller.

Der 90 Liter Kühlschrank, ein Kompressor-Kühlschrank, ist gerade so ausreichend für einen ein – zwei Personen Haushalt. Was nervt ist, dass es da drinnen immer tropft (Kondenswasser), wohl ein bekanntes Phänomen.

Zum Kochen habe ich eine 2,7 Kg Campingaz Flasche. Die ich das Gas nur zum kochen nutze, reicht mir die Flasche ca. 1,5 Monate. Der Vorteil von Campingaz ist, dass man die Flaschen überall in Europa bekommt. Der Nachteil ist, das die Füllungen sehr teuer sind. In Spanien knapp 19.- € und in Deutschland sogar 36.- €

Bad

Von dem Bad bin ich absolut enttäuscht. Leider habe ich dieses Modell nicht life gesehen, als ich auf der Messe meine Van geordert hatte. Ich kannte es nur aus Videos und da war das Bad viel besser. Da gab es einmal ein Klappwaschbecken. Jetzt gibt es nur noch diesen Witz von Waschbecken, indem man sich nicht einmal die Hände waschen kann. Ich weiss mir zwar zu helfen, indem ich dieses angepasste Tablett einlege, aber mal ehrlich, ihr Kanus-Entwickler: was habt ihr euch dabei gedacht? Auch gab es hier hinter dem Spiegel drei solche Fächer, jetzt gibt es nur noch eines. Seid ihr noch nie mit eurer Frau in den Urlaub gefahren, liebe Kanus Leute. Wisst ihr nicht, wieviele Utensilien, Töpfen, Näpfchen und Fläschchen eine Frau im Bad benötigt. Ihr baut jetzt schon so lange Wohnmobile und seid nicht einmal in der Lage, ein ordentliches Bad zu bauen? Ich denke schon, das ihr das könnt. Ich befürchte nur, dass aus Knaus Knauserig geworden ist. Die aktuelle Lage hat euch scheinbar gierig gemacht.

Über meine Trocken Trenntoilette habe ich ja schon mehrfach berichtet. Genial ist auch, dass ich die Toilette rausstellen kann und somit ausreichend Platz beim Duschen habe. 

Der Schlafbereich

Das Bett ist riesig und relativ bequem. Ich habe mir allerdings noch einen 5cm dicken Toper auf die Matratze gelegt. Ich wollte unbedingt ein Längsschläfer Bett. Die sechs Oberschränke bieten genügend Platz für Kleider, selbst für zwei Personen.

Keller

Im Keller unter dem Hubbett befinden sich der Wassertank und Gasbehälter auf der einen Seite und die Elektrik auf der anderen.

Im Gasbehälter ist Platz für eine 2,75 kg Campingaz Flasche, die mir bei täglich kochen ca. Anderthalb Monate reicht. Der Vorteil von Campingaz ist, dass ich die Flaschen überall in Europa ausgetauscht bekomme. Der Nachteil ist, das die Füllung viel teurer ist als bei den normalen Gasflaschen. 

Auf der Elektrik Seite habe ich einen stärkeren Laderegler eingebaut an dem sowohl mein Dachpanel als auch mein Faltpanel angeschlossen sind. An dem Faltpanel ist ein 10 Meter langes Kabel, welches hier angeschlossen wird. Hier möchte ich aber auch noch ein längeres Kabel anbringen, so ca. 5 Meter. So kann ich das Panel bequem aufstellen egal ob vor, hinter oder neben dem Van.

Des weiteren habe ich sechs Euroboxen. Die unteren 3 haben eine höhe von 30cm, die oberen 20cm. Dort habe ich alles mögliche verstaut, von Winterklamotten, Bettzeug und Handtücher über Schuhe bis zu Werkzeug und die Utensilien zum Wasser zapfen.

Mein Fazit zu diesem Model

Im Grossen und ganzen bin ich mit meinem Knaus Boxlife 630 ME, bis auf das Bad, zufrieden. Ich lebe und arbeite grösstenteils in meinem Van und mir geht es an nichts.

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