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Mit dem Kastenwagen in die Sierra Norte de Sevilla

Die andalusischen Osterprozessionen, entweder liebt man sie oder man findet sie nervtötend. Sowohl Pilar als auch ich gehören in die 2. Liega. Und in Granada sind die gesamte Osterwoche mindestens eine Prozession pro Tag. Da gibt es nur eines, Flucht aufs Land.

Wir beschliessen, die Sierra Norte de Sevilla zu erkunden. Diese Region steht schon lange auf meiner Liste und jetzt ist der Zeitpunkt gekommen. Da die gesamte Region ein Naturpark ist, kommt Freistehen nicht in Frage. Also habe ich uns in zwei Campingplätze eingebucht. Zwei deswegen, weil der, der uns lieber war, an den letzten beiden Tagen schon ausgebucht war. Für diese musste ich einen anderen, viel teureren, buchen. Aber der Reihe nach:

Als erste Station habe ich einen Platz an einen Stausee (Embalse de José Torán) ausgesucht, der noch nicht zum Naturpark gehört, wo mal also Freistehen darf. Der See liegt bei der Ortschaft Puebla de los Infantes und ist wunderschön. Es regnet, stellenweise sogar recht heftig, dennoch geniessen wir unseren Aufenthalt dort und nutzen die regenfreien Momente zum Fotografieren und Filmen. Ausser uns waren noch 2 kleine Campern recht weit von uns entfernt gestanden. Früh morgens drehte die Guardia Civil ihre Runde ohne uns zu belangen.

Am kommenden Tag, gegen Nachmittag finden wir uns auf dem 1. Campingplatz ein, Camping Batan de las Monjas. Noch ist es recht leer hier, aber das wird sich bald ändern. Die Übernachtung für 2 Personen mit Campern kostet 16.- €. Strom kostet extra. Der Platz ist recht schön an einem Bach, dem Río Huéznar, gelegen. Die Parzellen sind grosszügig angelegt, manche mit Stromanschluss, manche ohne. Wir stehen im vorderen, wie sich später herausstellt, ruhigerem Teil des Platzes. Im hinteren sind viele Familien mit Kindern, vielen Hunden und laute Musik. Allerdings ist dort der Bach auch wunderschön, man meint, man wäre am Amazonas. Hier lohnt sich auf alle Fälle ein Spaziergang.

Die Bäder und Duschen sind sauber und gepflegt. Über den Platz verteilt gibt es Stellen zum Wasser zapfen. Problematisch ist das Entleeren des Grauwassers. Die Stelle ist an der Ausfahrt des Platzes und besteht aus einem Gully auf der rechten Seite des Weges. Da mein Auslass links liegt musste ich umständlich wenden und verkehrt die Einbahnstrasse rein fahren, um entleeren zu können.

Das Restaurant hier ist übrigens sehr zu empfehlen, vor allem, wenn man gerne Fleisch isst. An Wochenenden und Feiertagen sollte man reservieren. 

Oberhalb des Campingplatze verläuft die Vía Verde de la Sierra de Norte, eine stillgelegte Bahnlinie, die heute als Rad- und Wanderweg dient. Man sollte seine eigenen Fahrräder dabei haben, denn hier gibt es, anders als an anderen Vías Verdes, keinen Fahrradverleih.

Über die Vía Verde gelangt man z.B.  in die eine Richtung an die Wasserfälle des Río Huéznar, und noch ein Stück weiter in die Ortschaft St. Nicolás del Puerto. Wer noch Kraft in den Beinen hat, kann noch weiter bis zum Cerro del Hierro radeln, ein Naturmonument aus Karstgestein und eine alte Eisenerz Mine. 

Wir sind zu Fuss zu den Wasserfällen gelaufen und hatten einige Mühe, den Zugang zu finden, da dieser von der Vía Verde aus nicht beschildert ist. Hier kommt man nur mit Fragen weiter. Man erreicht die Wasserfälle aber auch mit dem Auto, einfach bei Google eingeben „Cascadas del Huesca“.

Als wir dann am Freitag den ersten Campingplatz verlassen haben, sind wir zum Cerro del Hierro gefahren. Dort auf dem Parkplatz standen schon eine ganze Menge Wohnmobile und auf Nachfrage erfuhr ich, dass man dort übernachten darf. Auch hier wäre morgens die Guardia Civil gekommen ohne etwas zu beanstanden. Da der Parkplatz bei einer kleinen Ortschaft liegt, gehört er auch nicht mehr zu Parque Natural.

Die Option, hier zu übernachten ist vor allem für die interessant, die hier fotografieren oder filmen wollen, denn dafür sollte man die goldene Stunde nutzen. Am späten Vormittag war das Licht bereits viel zu hart für die meisten Aufnahmen, nur an einer Stelle passte das Licht zum Motiv.

Der Cerro del Hierro ist ein kleines Minendorf, ein Hügel und ein Naturmonument. Das Gebiet besteht aus Karstgestein, reich an Eisenerz. Mit dem aus diesem Erz gewonnenen Eisen wurde z.B. die Brücke Puente de Triana in Sevilla gebaut.

Am frühen Nachmittag ging es dann weiter zum nächsten Campingplatz, Camping La Fundición, ebenfalls am Río Huezna, nur weiter unterhalb, gelegen. Hier kostet die Parzelle, inkl. Wohnmobile, 2 Personen und Strom 29.- € die Nacht.

Die Rezeptionistin hat mir klare Anweisungen gegeben, wo wir uns hinstellen dürfen und wo nicht. Allerdings hat sich schnell heraus gestellt, dass es uns dort, wo man uns angewiesen hat, überhaupt nicht gefallen hatte. Die Parzellen waren hässlich und wir waren umgeben von Grossfamilien in ihren Wohnwägen. Pilar hat dann eine Runde über den Platz gemacht und festgestellt, dass dort, wo man mir gesagt hatte, der Bereich sei nur für Zelte, ebenfalls Wohnmobile und Kastenwägen standen. Und dieser Bereich war viel schöner, auf einer Blumenweise mit Bäumen. Also wieder alle Schubkästen verriegelt und ab auf die Wiese. Wenn ihr mal hier her kommen sollte, dann empfehle ich euch unbedingt diesen Bereich (wenn man vom Eingang kommt, recht abbiegen).

Am Samstag haben wir vom Camping Platz aus einen Spaziergang Fluss abwärts zur Isla Margarita unternommen. Auf dem Areal, umschlossen vom Fluss befindet sich ein Picknick Platz und ein Hochseilgarten.  Der Weg dorthin führt wieder über die Via Verde, man kann aber auch parallel dazu durch den Wald laufen, was sehr angenehm ist, wenn die Sonne knallt, wie an diesem Tag.

Mittlerweile hatte viele den Campingplatz verlassen und wir haben die Ruhe des Nachmittags genossen und gefaulenzt. 

Mein Fazit: die Sierra Norte de Sevilla ist ein absolut lohnenswertes Reiseziel. Wir hätten die Zeit nicht besser wählen können: Es hatte kurz vorher geregnet, überall blühten Blumen am Wegesrand und grühnte es. Zur Mittagszeit waren T-Shirt und kurze Hosen angesagt, nachtes ging das Thermometer aber dennoch bis auf 3º – 5º Grand runter.

Die Trelino® L findet Einzug in meinen Kastenwagen

Ich hab´s ja echt probiert, mich mit der Blue Diamond Nature Calls Trockentrenntoilette anzufreunden. Doch was soll ich sagen, sie war echt ein Fehlkauf. Man kann damit leben, sie funktioniert und mit dem nachträglich eingebauten Lüfter entstanden auch keine unangenehmen Gerüche. Aber sie war einfach globig und unhandlich beim Entleeren. Gerade wenn man Langzeit-Vanlifer wie ich ist und dazu noch einen ausgefüllten Tagesablauf hat, müssen die Standard Dinge des täglichen Gebrauchs funktional sein.

Also hatte ich mich dann doch entschlossen, noch einmal Geld für eine Toilette auszugeben. Ich hatte meinen Aufenthalt in Deutschland um Weihnachten rum genutzt und mir bei MeineTrenntoilette.de die Trelino L bestellt. So kam ich wenigstens das Porto billiger.

(Eigentlich wollte ich Fotos von der Toilette und den einzelnen Teilen beifügen. Nun ist sie aber in ständigem Gebrauch, das wollt ihr nicht sehen. Fotos findet ihr aber auf der Webseite.)

Und ich muss sagen, ich habe diese Anschaffung in keinem Moment bereut. Die Vorteile sind nicht von der Hand zu weisen: Die Toilette ist kompakter, ich habe jetzt wieder mehr Platz im Bad. Das Flüssige läuft Rückstandlos ab und sie ist viel einfacher handzuhaben, wenn es um das Entleeren geht. Der Urinbehälter hat einen Henkel, so dass man ihn leicht aus den Korpus hieven kann und der Feststoffbehälter hat eine brauchbare Größe, so dass man ihn nicht alle zwei Tage leeren muss.

Was es sonst noch zu sagen gibt, erfahrt ihr in diesem Video. Viel Spaß beim Anschauen.

Arbeiten vom VanOffice aus – meine Ausstattung

Viele fragen sich, wie die Vanlifer ihre Reisen bzw. ihr Leben finanzieren. Ganz einfach, durch Arbeit. Die meisten als digitale Nomaden, wie es so schön auf Neudeutsch heißt. Das bedeutet, sie haben Jobs, die man vom Homeoffice bzw. vom Vanoffice aus erledigen kann.

Was ich mache

Als ich 2008 meine Internet-Reiseagentur gegründet hatte, war mir klar, dass ich alles so einrichten wollte, dass ich von jedem Ort und von jedem Rechner aus arbeiten kann. Die Webseite und das dazugehörige Backend hatte ich mir selbst programmiert und alles war auf dem Internet Server. Damals wusste ich noch nicht, dass ich einmal in einem Campervan unterwegs sein werde, dennoch ist alles so eingerichtet, dass ich die Agentur bequem vom Vanoffice aus führen könnte. Aufgrund des Einbruches in der Tourismusbranche musste ich mir dann aber erst einmal eine andere Einnahmequelle suchen, bei der ich bis heute geblieben bin. Die Reiseagentur (Andalusien entdecken) ist übrigens wieder aktiv und wird aktuell sehr kompetent von meiner Kollegin geführt.

Aber kommen wir zum Punkt: Arbeiten im Mobileoffice oder wie ich es nenne Vanoffice (da der Duden empfiehlt Homeoffce zusammen zu schreiben, habe ich diese Schreibweise gewählt) aus. Meine Tätigkeiten teilen sich in zwei Bereiche auf. Einmal die Foto und Videobearbeitung und einmal mein Job als Kundenberater im Telefonservice. Im letzteren Bereich telefoniere ich über das Internet und arbeite gleichzeitig mit mehreren Online-Datenbanken. Dafür benötige ich eine schnelle und stabile Internetverbindung und genügend Strom.

Beides ist, gerade wenn man viel frei steht, nicht immer selbstverständlich. Wobei ich sagen muss, dass die LTE Netzabdeckung in Spanien sehr gut ist. In der Regel gibt es auch immer genügend Sonne, um die Batterien wieder aufzuladen. Obwohl es da im Winter schon mal zu Engpässen kommen kann, wenn den ganzen Tag die Heizung läuft und der Himmel bedeckt ist. Um all diese Anforderungen zu garantieren, braucht es die nötige Ausstattung.

Meine Ausstattung

Die Stromversorung

Ich habe eine 120 Ah Lithium Batterie von Creabest die von 2 Solarpaneelen gespeist wird. Eine fest installierte auf dem Dach, laut Händler mit 170 W und ein 120 W Faltsolarpaneel. Nur eines davon wäre nicht ausreichend im Winter und ich bin am Überlegen, ob ich mir nicht ein 180 W Faltpaneel besorgen soll. Dazu habe ich noch einen Wechselrichter von Votronic ( MobilPOWER Inverter SMI 600 Sinus-NVS). Der ist so installiert, dass er alle Steckdosen im Van speist. Gebraucht wird er eigentlich nur, um meine Rechner mit Strom zu versorgen. Da gibt es sicherlich günstigere und Potentere auf dem Markt. Wichtig ist, dass sie eine echte Sinuskurve liefern, sonst gibt es Probleme beim Anschließen von sensiblen Geräten wir Notebook etc.

Meine EDV

Für die Video- und Fotobearbeitung habe ich ein Macbook Air mit dem M1 Chip. Es ist echt Wahnsinn, dieser kleine Rechner ist viel schneller als mein potentes HP Notebook, welches ich für den Job als Kundenberater nehme. Gerade wenn man mit dem Notebook arbeitet, braucht es eigentlich einen zweiten Bildschirm. Ich habe einen 15,6″ mit einer USB Stromversorgung. Für die Ergonomie habe ich mir einen Bildschirmständer besorgt, der am Tisch festgeklemmt ist.

Internet

Als Router hatte ich bislang den  Huawei B535 4G LTE Router 3Pro, ein Cat. 7 Gerät, mit dem ich bislang sehr zufrieden war. Zusammen mit der Panorama Antennas 2×2 MiMo 4G/5G hat er mich fast überall zuverlässig mit dem Internet verbunden. Vor ein paar Tagen habe ich mir dann den Nighthawk M1 von Netgear besorgt. Der ist auf alle Fälle bequemer in der Handhabung und universeller einsetzbar. Einen Vergleichstest, um zu sehen, ober er viel besser ist, habe ich noch nicht gemacht, werde ich aber nachholen und in dem Video, welches zu diesem Beitrag folgt, demonstrieren.

Datenvolumen

Ich verwende Prepaidkarten für meinen Router, einmal von Symio (Preis aktuell 30 GB für 15,50 €). Das dürfte für viele genügen. Zumal es immer wieder Aktionen gibt, bei denen man GBs geschenkt oder zum Sondertarif bekommt. Das Datenvolumen ist für einen Monat gültig, danach muss man wieder aufladen. Nicht genutzte GBs werden allerdings dann wieder gutgeschrieben. Fall du dir eine Simyo SIM besogen möchtest, freue ich mich, wenn du mich als Empfehler angibst (mit der Nummer 644694964), dann bekomme ich ein paar GBs geschenkt. Simyo nutzt das Netz von Orange.

Dann habe ich noch eine SIM von Lllamaya, da bekommt man für 30.- € 120 GB, die man innerhalb von 28 Tagen aufbrauchen muss. Was nicht genutzt wird, verfällt. Llamaya ist von Masmovil und nutzt ebenfalls das Netz von Orange. Lieber wäre es mir, noch eine Auswahlmöglichkeit auf ein anderes Netz wie Telefonica oder Vodafone zu haben, aber da habe ich noch nichts passendes gefunden. Fall jemand einen Tipp hat, gerne her damit. Die SIM kann man an manchen Telefonläden, Tankstellen, Hipermercasdos, Tabakläden etc. kaufen.

Kurioserweise, weil ja beide das Netz von Orange nutzen, hat man mit Simyo eine bessere Netzabdeckung als mit Llamaya. An Orten, wo ich mit Llamaya kaum oder gar keinen Empfang habe, habe ich mit Simyo guten Empfang.

Mein Fazit

Was es mir manchmal schwer macht, im Campervan zu arbeiten ist, wenn ich an einem Platz stehe, wo mehrere Wohnmobile stehen. Alle sind Urlauber, nur ich muss arbeiten. Und nicht an allen schönen Plätzen hat man eine gute Netzabdeckung. Da muss man dann schon mal Kompromisse machen.

Aber meisten habe ich eine wunderschöne Aussicht aus meinem Büro und kann nach Feierabend noch an den Strand gehen, eine Fahrradtour machen oder einfach nur in einer schönen Umgebung spazieren gehen. Ich bin absolut froh, diese Möglichkeit zu haben, so zu arbeiten.

Für Fragen zu den einzelnen Punkten nutzt gerne die Kommentarfunktion.

Nützliche Links

Karte mit Netzabdeckung

LTE Speedtest

Speedtest

REC.ON – ein ganz besonderer Wohnmobil-Stellplatz in Andalusien

Ich verbringe dieses Wochenende in der Provinz Almería, in der Nähe von Vélez-Rubio. Der Stellplatz befindet sich auf einer Finca, zu der auch einige Gebäude gehören. Betrieben wird das Projekt von Paulina und Bart, einem super sympathischen Ehepaar aus Warschau. Die beiden sind vor 4 Jahren in die Region gekommen, seit zwei Jahren betreiben sie das Projekt Rec.on – Poject Spain. Die beiden bezeichnen sich als „Eco Artists & Craftsmen enthusiasts of conscious UPCYCLING design“. Das dies keine leeren Worte sind, erkennt man überall, wo man hin schaut.

Zudem sind die beiden die geborenen Gastgeber. Morgens zwischen 9:00 und 11:00 Uhr trifft man sich, wer will, am Haupthaus, wo Bart mit seiner professionellen Kaffeemaschinen jeden Kaffeewunsch erfüllt. Jeden Abend, kurz vor Sonnenuntergang zündet Bart beim Wohnmobilstellplatz ein Lagerfeuer an und stellt einen großen Krug Rotwein bereit. Manchmal legt er noch ein paar große Steine in Feuer, die dazu dienen, die Schwitzhütte einzuheizen.

Es gibt ein Gemeinschafts-Badezimmer mit zwei Toiletten und Duschen, alles sehr sauber. Jetzt, zu dieser Jahreszeit Anfang Februar, blühen überall die Mandelbäume und es duftet herrlich. Weiterhin gibt es einen Gemüsegarten. Wer mag, darf hier ein paar Zutaten für sein Mittagessen oder den Salat ernten.

Es sind hauptsächlich Vanlifer hier, junge digitale Nomaden die in Ihrem Wohnmobil leben und arbeiten und Europa bereisen. Aber auch das ein oder andere Urlauber Ehepaar, das sich im Kastenwagen auf Andalusien Rundreise befindet, gesellt sich zur Runde. Jeder, der sich hier wohlfühlt, ist willkommen.

Aber autark sollte man schon sein, Stromanschlüsse gibt es keine hier. Auch keine klassische Entsorgungsstation. Der Grauwasserhahn wird am besten offen gelassen und so profitieren die umstehenden Mandelbäume, die sonst in dieser trockenen Region kaum Wasser abbekommen. Hier wäre es an der Zeit, sich einmal Gedanken über biologisch abbaubare Seifen zu machen. Die Natur wird es euch danken. Wer in seine Toilettekassette die blaue Chemie füllt, sollte besser nicht hier her kommen. Auch hier gibt es längst biologisch abbaubare Alternativen.

Handyempfang gibt es keinen auf dem Stellplatz. Im Haupthaus gibt es einen Coworking Raum mit Internetanschluss. Mit meinem LTE-Router und meiner LTE-Antenne bekomme ich ein schwaches Signal. Es reicht gerade, um E-Mails abzurufen oder um Videos in schwächster Auflösung zu schauen.

Wer herkommen möchte, sollte sich auf alle Fälle vorher anmelden. Die Kontaktdaten findet ihr auf der Webseite: https://rec-on.es/

Ich habe mich sehr wohl hier gefühlt und werde sicher wieder kommen.

Review meines Knaus Boxlife 630 ME Model 2020 – Meine Erfahrungen nach einem Jahr

Einleitung

Hier stelle ich euch meinen Knaus Boxlife 630 ME vor. Ich habe diesen Van nun seit etwas über einem Jahr und möchte meine Erfahrungen mit euch teilen.

Bestellt habe ich den Van im Herbst 2019 auf der Caravan Messe in Barcelona, was mir, so glaube ich zumindest, einiges an Rabatt eingebracht hat. Leider war dieses Modell nicht auf der Messe ausgestellt, ich kannte es nur aus Videos und auch nur Vorgängermodelle. 

Danach begann eine wirklich harte Zeit, nämlich die Wartezeit, die ich z.B. genutzt hatte um alles mögliche an Ausrüstungsgegenständen zu bestellen und unzählige Videos zu schauen. Dabei hatte ich auch zum ersten Mal mit Erschrecken festgestellt, welchen Boom dieser Sektor gerade erlebt.

Fahrzeug/Modell

Es handelt es sich hier also einen Knaus Boxlife 630 ME auf einem Fiat Ducato 2,3 Liter mit 140 PS.

Ich habe das Maxi-Chassis mit zusätzlichen Spiral-Federn auf der Hinterachse und 18“ Bereifung. Ob man diese 18 Zoll braucht, kann ich nicht beurteilen, da ich keinen Vergleich habe.

Der Kasten hat eine Höhe aussen von 2,82 m und innen 2,18 m. Die Länge beträgt 6,36. Diese Ausmasse bringen maximalen Komfort und Stauraum bedeuten aber ach Einschränkungen, z.B. was das Parken angeht.

Ausseninstallationen

Auf dem Dach habe ich die hintere Dachhaube gegen einen Max-Fan ausgetauscht, eine Dachluke mit Ventilator, die ich auch  während der Fahrt und auch wenn es regnet offen lassen kann. Den Ventilator möchte ich nicht mehr missen.

Weiterhin befindet sich dort ein 170 Watt Solarpanel, welches leider etwas dilettantisch einfach, ohne Unterbau aufs Dach geklebt wurde und somit nicht gut unterlüftet  ist. Zum Thema Strom komme ich aber gleich noch.

An der Hecktüre habe ich einen Thule Elite Van XT Fahrradträger für zwei normale Fahrräder. Mit meinen 1,80 komme ich damit zurecht aber die Räder hängen schon recht hoch. In die eine Radschiene habe ich zwei Löcher gebohrt um dort meinen Wäscheständer anbringen zu können.

Ebenfalls als sehr praktisch, wenn auch noch nicht so oft im Einsatz, hat sich die Aussendusche erwiesen. Man hat doch mehr Platz als drinnen und man muss nichts sauber machen und abtrocknen. Ich verwende nur biologisch abbaubare Produkte und hoffe, die Natur verzeiht es mir, wenn ich mir mal die Haare wasche und Duschgel verwende. Was mir noch fehlt, ist eine Befestigung für den Duschkopf, den ich per Saugnapf oder Magnet anbringen kann. Falls Ihr da was cooles habt, lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen.

Wohnraum

Die Stehhöhe von 2,18 empfinde ich als sehr angenehm. Dafür ist er aber auch aussen knapp 3 Meter hoch, da passt man nicht unter jeden Baum. Das Fach über dem Führerhaus hat sich als sehr wertvoller Stauraum erwiesen. Hier hebe ich meine Jacken und den Fahrradhelm auf, sowie meine Stative, die somit immer Griffbereit sind.

Worüber ich sehr dankbar bin, sind die vielen Fenster, die hier verbaut sind. Einmal bringen sie viel Licht, zum anderen kann man prima durchlüften, was gerade in wärmeren Gefilden äusserst wertvoll ist.

Super zufrieden bin ich auch mit der Isolierung, ich denke mal, die ist Top. Ich habe jetzt zwar noch kein Winter-Camping gemacht, habe aber schon Nächte mit minus 4º-6º hier drinnen verbracht. Problemlos. Ich habe gesehen, dass sich manche vor die Hecktüren eine Decke hängen, weil es da reinzieht. Das Problem hatte ich bis jetzt nicht. Auch vorne im Dinettenbereich habe ich keine unangenehmen Kältebrücken gespürt. 

Die Heizung ist eine Truma 6D Kombi Dieselheizung mit 10 Liter Warmwasser Boiler. Was ich da höchstens zu bemängeln hätte, wäre die Wärmeregulierung. Die Temperatur schwankt von etwas zu kühl und warm anstelle dass sie konstant gehalten wird. 

Strom

Mein Solarpanel von wie gesagt 170 Watt speist eine 120 Ah Lithium Batterie. Damit komme ich prima aus. Im Sommer habe ich Strom im Überschuss. Und wenn es mal nicht reichen sollte, oder ich lieber im Schatten stehe, habe ich noch ein 120 Watt Falt-Solarpanel, welches ich direkt zu Sonne ausrichten kann. Das hat sich für mich als die optimale Kombi herausgestellt und ist meines Erachtens viel sinnvoller, als sich mehrere Solarpanele aufs Dach zu schrauben. Ein Kabel für Landstrom habe ich garnicht mehr dabei. Für Akkus und Staubsauger aufladen, am Notebook arbeiten und Filme schauen, Kühlschrank, Heizung, Ventilator und Licht reicht mir das völlig. 

Für 230 V habe ich noch einen 600 Watt Votronic Wechselrichter mit Netzvorrangschaltung eingebaut. Es gibt da sicherlich billigere auf dem Markt, aber ich wollte ganz sicher einen ordentlichen haben, der mir keine Probleme beim Laden des Laptops macht. Der Wechselrichter ist so angeschlossen, dass er die original verbauten Steckdosen speist, wenn er angeschaltet ist plus eine weitere, die sich in der Heckgarage befindet, wo ich z.B. meinen Staubsauger anschliesse. Und wenn ich mal an Landstrom angeschlossen sein sollte, erkennt der Wechselrichter das und holt keinen Strom mehr von der Batterie.

Internet

Eine gute Verbindung zum Internet ist für mich unumgänglich da ich ja auch hier im Van arbeite. Ich habe einen fest verbauten 4G Router mit zwei Antennen auf dem Dach. Damit komme ich eigentlich sehr gut aus. Hier in Spanien nutze ich eine Simyo Prepaid  Karte, dort zahle ich aktuell 15,50 € für 35 GB. Zusätzlich gibt es immer wieder mal Aktionen bei denen man Gigs geschenkt bekommt. Die Netzabdeckung ist absolut zufriedenstellend. 

Dinette

Die Dinette empfinde ich als recht komfortabel, hier verbringe ich viel Zeit. Hier arbeite und esse ich. Ich esse lieber drinnen als draussen, hab keine Lust mich beim Essen von Fliegen belästigen zu lassen. Und arbeiten am Bildschirm geht drinnen eh besser. Ausser es ist brutal heiss und ich kann mich in ein schattiges, luftiges Plätzchen setzen.

Was ich absolut schwach finde, ist die verbaute Elektrik hier. In diesem Bereich gab es nicht ein 12 Volt Steckdose. Die befindet sich im Küchenbereich. Hallo ihr Leute von Kanus.  Macht ihr euch eigentlich auch Gedanken, wie die meisten Menschen heutzutage im Wohnmobil reisen? Viele sitzen in der Dinette und arbeiten mit ihrem Laptop, schneiden Videos oder bearbeiten Fotos. Die Akkus von Mobiltelefon, Foto- und Film-Kamera müssen geladen werden. Wäre es da nicht angebracht, mindestens eine 12 V Steckdose hier anzubringen? Ich habe mir nachträglich eine 12V Merhfachsteckdose eingebaut. Den Strom habe ich mir von der Heizung geholt, die unter der Sitzbank verbaut ist. Dort befindet sich auch die 230 Volt Steckdose, mit der ich mein Notebook speise.

Was auch sehr schön ist, ist dass man die Sitzbank verbreitern kann, so dass auch wirklich zwei Personen nebeneinander sitzen können. 

Küche

Mit der Küche bin ich im Grossen und Ganzen zufrieden. Ich kann alles unterbringen, was ich benötige. Allerdings kauf ich in der Regel auch nur Vorräte für ca. 3 Tage – irgendwie schaffe ich es nicht weiter voraus zu planen und Gemüse kauf ich am liebsten Frisch. Konserven kommen bei mir nur seltenst zu Einsatz. Die Schubladen bieten mir genügend Platz. Nur die Auszüge könnten etwas fertiger sein, damit sie auch das Gewicht tragen können, was die Schubladen aufnehmen können. So geht die untere, die scheinbar auch am schwersten beladen ist, trotz Verriegelung während der Fahrt manchmal auf. Ich behelfe mit mit diesem Klötzchen, welches ich unter die Schublade klemme. Vielleicht tausche ich die Auszüge irgendwann mal gegen ordentlich aus. Ich sage nur Knauserig.

Der Schrank unter dem Kühlschrank soll eigentlich ein Kleiderschrank sein. Hier habe ich alle möglichen Putzutensilien, Sägemehl für die Toilette und den Mülleimer untergebracht. Der Behälter für alles reciclebare habe ich im Keller.

Der 90 Liter Kühlschrank, ein Kompressor-Kühlschrank, ist gerade so ausreichend für einen ein – zwei Personen Haushalt. Was nervt ist, dass es da drinnen immer tropft (Kondenswasser), wohl ein bekanntes Phänomen.

Zum Kochen habe ich eine 2,7 Kg Campingaz Flasche. Die ich das Gas nur zum kochen nutze, reicht mir die Flasche ca. 1,5 Monate. Der Vorteil von Campingaz ist, dass man die Flaschen überall in Europa bekommt. Der Nachteil ist, das die Füllungen sehr teuer sind. In Spanien knapp 19.- € und in Deutschland sogar 36.- €

Bad

Von dem Bad bin ich absolut enttäuscht. Leider habe ich dieses Modell nicht life gesehen, als ich auf der Messe meine Van geordert hatte. Ich kannte es nur aus Videos und da war das Bad viel besser. Da gab es einmal ein Klappwaschbecken. Jetzt gibt es nur noch diesen Witz von Waschbecken, indem man sich nicht einmal die Hände waschen kann. Ich weiss mir zwar zu helfen, indem ich dieses angepasste Tablett einlege, aber mal ehrlich, ihr Kanus-Entwickler: was habt ihr euch dabei gedacht? Auch gab es hier hinter dem Spiegel drei solche Fächer, jetzt gibt es nur noch eines. Seid ihr noch nie mit eurer Frau in den Urlaub gefahren, liebe Kanus Leute. Wisst ihr nicht, wieviele Utensilien, Töpfen, Näpfchen und Fläschchen eine Frau im Bad benötigt. Ihr baut jetzt schon so lange Wohnmobile und seid nicht einmal in der Lage, ein ordentliches Bad zu bauen? Ich denke schon, das ihr das könnt. Ich befürchte nur, dass aus Knaus Knauserig geworden ist. Die aktuelle Lage hat euch scheinbar gierig gemacht.

Über meine Trocken Trenntoilette habe ich ja schon mehrfach berichtet. Genial ist auch, dass ich die Toilette rausstellen kann und somit ausreichend Platz beim Duschen habe. 

Der Schlafbereich

Das Bett ist riesig und relativ bequem. Ich habe mir allerdings noch einen 5cm dicken Toper auf die Matratze gelegt. Ich wollte unbedingt ein Längsschläfer Bett. Die sechs Oberschränke bieten genügend Platz für Kleider, selbst für zwei Personen.

Keller

Im Keller unter dem Hubbett befinden sich der Wassertank und Gasbehälter auf der einen Seite und die Elektrik auf der anderen.

Im Gasbehälter ist Platz für eine 2,75 kg Campingaz Flasche, die mir bei täglich kochen ca. Anderthalb Monate reicht. Der Vorteil von Campingaz ist, dass ich die Flaschen überall in Europa ausgetauscht bekomme. Der Nachteil ist, das die Füllung viel teurer ist als bei den normalen Gasflaschen. 

Auf der Elektrik Seite habe ich einen stärkeren Laderegler eingebaut an dem sowohl mein Dachpanel als auch mein Faltpanel angeschlossen sind. An dem Faltpanel ist ein 10 Meter langes Kabel, welches hier angeschlossen wird. Hier möchte ich aber auch noch ein längeres Kabel anbringen, so ca. 5 Meter. So kann ich das Panel bequem aufstellen egal ob vor, hinter oder neben dem Van.

Des weiteren habe ich sechs Euroboxen. Die unteren 3 haben eine höhe von 30cm, die oberen 20cm. Dort habe ich alles mögliche verstaut, von Winterklamotten, Bettzeug und Handtücher über Schuhe bis zu Werkzeug und die Utensilien zum Wasser zapfen.

Mein Fazit zu diesem Model

Im Grossen und ganzen bin ich mit meinem Knaus Boxlife 630 ME, bis auf das Bad, zufrieden. Ich lebe und arbeite grösstenteils in meinem Van und mir geht es an nichts.

Im Kastenwagen rund um Granada – Chillen und Abenteuer

Auf meiner letzten Tour in meinem Kastenwagen Wohnmobil habe ich verschiedene Orte rund um Granada angesteuert. Es ging an zwei verschiedene Stauseen und über eine abenteuerliche Hängebrücke. In diesem Artikel findest du die GPS-Daten, verlinkt mit Google Maps, der wichtigsten Stationen.

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Mit dem Kastenwagen in der Sierra de Andújar

Nachdem der Dreh für den Werbespot fertig war, bin ich noch zwei Tage in der Sierra von Andújar geblieben. Ich habe die Zeit genossen, alleine in der Natur, ohne Maske, bei schönstem Frühlingswetter. Am Montag habe ich noch eine kurze Wanderung unternommen. Den Startpunkt, dort wo es durch das Tor geht, habe ich auf der Karte markiert.

Die Area recreativa del Encinarejo beginnt an der Straße und geht die gesamte Piste bis zur Staumauer.

Hier noch der Link zum Camping beim Santuario: Camping La Mirada. Ganzjährig geöffnet ausser April. In dem Monat findet die Wallfahrt statt.

Freistehen mit dem Wohnmobil in Spanien – was ist erlaubt?

Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung! Er gibt lediglich meine Recherchen im Internet zu diesem Thema wieder.

Gibt es etwas schöneres, als mit dem Kastenwagen ganz alleine, mitten in der Natur zu stehen? Keine Nachbarn, keine Kuschel-Camper … Camperglück hoch 10.

Doch auch in Spanien tut sich immer mehr Widerstand gegen die Freisteher auf. Einmal sind immer mehr Wohnmobile und Campervans unterwegs, die am liebsten frei stehen. Und zum anderen sind leider dadurch auch immer mehr schwarze Schafe darunter, die uns in Verruf bringen.

Einer der Hauptgründe ist, dass gerne die Natur als Toilette genutzt wird und es stellenweise ganze Strandabschnitte und Dünenlandschaften gibt, die voller Hinterlassenschaften und Klopapier sind. Das kommt bei der Bevölkerung natürlich super an 🙁 . Es gibt zwar auch immer mehr, gerade junge Camper, die Plätze sauberer hinterlasse, als sie sie vorfinden. Beherzt schnappen sie sich einen Müllbeutel und sammeln den ganzen Müll ein, den andere (auch Einheimische) hinterlassen haben und bringen in dort hin, wo er hin gehört. Und ja, auch ich sammle erste einmal den Müll ein, wenn ich an einen schönen Platz in der Natur komme, an dem ich verweilen möchte.

Zum anderen fürchten die Campingplätze und Stellplatzbesitzer um Ihre Kunden. Erst kürzlich hat die Präsidentin des Verbandes der spanischen Campingplätze (FEEC – Federación Española de Campings España) Ana Beriain öffentlich in einem Interview gegen die Freisteher gewettert (was eine Welle der Empörung unter den spanischen Wohnmobilisten auslöste).

Dies hat mich dazu bewogen, folgender Frage auf den Grund zu gehen: Ist Freistehen bzw. das Übernachten im Wohnmobil ausserhalb von Campingplätzen und Stellplätzen in Spanien erlaubt?

Dazu muss man erst einmal klar differenzieren zwischen Stationieren und Campieren. Stationieren (spanisch Estacionar) bedeutet, das Fahrzeug (egal ob PKW oder Wohnmobil) parkt ordnungsgemäß an einer dafür vorgesehenen Stelle. Campieren wäre es, wenn noch andere Faktoren hinzukämen, wie z.B. das Ausfahren der Markise, das Aufklappen der Seitenfenster, Tisch und Stühle raus stellen etc. Selbst eine ausgefahrene Trittstufe kann schon mancherorts als Campieren gedeutet werden.

Es obliegt den Gemeinden in Spanien, zu bestimmen wo und ob an bestimmten Stellen Wohnmobile parken dürfen oder nicht. Darüber hinaus gilt laut der Instrucción 08/V-74 de 2008 (habe ich mir ausgedruckt und immer dabei) des Verkehrsministerium folgendes: So lange ein Fahrzeug korrekt geparkt ist (=Stationieren), innerhalb der vorgesehenen Limitationen, ohne Überschreitung der Zeitbegrenzung, falls es eine geben sollte, ist es irrelevant, ob die Insassen sich im Fahrzeuginneren befinden oder nicht. Das gilt auch für Wohnmobile. Das Wageninnere gilt als privater Raum. Man darf sich darin aufhalten, kochen, das Dach oder die Dachluken hochstellen, Keile unterlegen (Sicherheitsmaßnahme) und auch darin schlafen, solange es eine reine Übernachtung und kein Campieren ist.

Die Gesetzeslage ist also klar, wenn es sich um einen Parkplatz, eine Parkbucht etc. innerhalb und ausserhalb von Ortschaften handelt. Aber es gibt auch Ausnahmen. Verboten ist z.B. generell das Übernachten in Naturparks (Parque Natural) und Naturschutzgebieten. Das gilt auch für die Strände, vor allem an der Mittelmeerküste. Ab und an wird mal ein Auge zugedrückt, vor allem in der Nebensaison (fraglich, wie lange noch). Auch in abgelegenen Regionen im Inland wird das Freistehen oft geduldet, eine Garantie gibt es aber keine.

Wie lange dieses Kulanz Verhalten noch andauert ist schwer zu sagen. Das kommt sicherlich auch darauf an, wie viele „Freisteher“ unterwegs sind und wie sie sich verhalten. Daran sollten wir immer denken, wenn wir irgendwo in freier Natur stehen und uns dementsprechend verhalten. Gerade hier gilt, keine Spuren zu hinterlassen. Zur Inspiration und zum Überdenken unseres Verhaltens in der freien Natur verlinke ich hier noch einmal auf die Organisation Leaf No Trace.

Wenn Ihr Erfahrungen mit dem Freistehen in Spanien gemacht habt, freue ich mich, wenn ihr diese in den Kommentaren mitteilt. In diesem Sinne allzeit gute Fahrt und kommt stressfrei und gesund an.

Im Campervan durch Spanien – Ein Traum geht in Erfüllung

Seit 2011 lebe ich (wieder) in Spanien, in der Nähe von Málaga (mehr über mich hier). Als passionierter Landschaftsfotograf bin ich oft auf Tour, auf der Suche nach neuen, interessanten Fotolocations. Doch wie das so ist mit der Fotografie (wer gerne fotografiert, kennt das), fotografiert man am besten, gerade bei Natur und Landschaft, um Sonnenauf- oder untergang. Wenn dann die Location noch ein bis zwei Autostunden vom Heimatort entfernt liegt, wird die Sache ziemlich aufwendig (mitten in der Nacht aufstehen, ohne richtiges Frühstück losfahren …) Das kann dann schon mal dazu führen, dass man doch lieber zu Hause bleibt.

Und auch für die Erkundung neuer Fotolocations für meine Fotoreisen und Fotoworkshops gilt, erst wenn ich mindestens drei bis vier Mal dort gewesen bin, idealerweise zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten, kann ich etwas über den Platz sagen.

Wie genial wäre es da, wenn ich direkt bei oder in der Nähe der Fotolocation übernachten könnte. Und so wuchs in mir der Gedanke, mir einen Campervan zuzulegen (zugegeben, den Traum vom eigenen Wohnmobil habe ich schon sehr lange). Zudem habe ich das Glück, dass mein Job mir viel Freiraum in meiner Zeitgestaltung gibt. Als Tourguide und Reiseleiter bin ich hauptsächlich im Frühjahr und Herbst unterwegs. Im Sommer und Winter bin ich recht ungebunden. Und da wir als Reiseveranstalter keinen Kundenverkehr haben, kann ich alle Arbeiten vom Van-Office aus erledigen. Diese Umstände ermöglichen es mir, Reisen und Arbeiten zu verbinden.

Im Oktober 2019 habe ich dann Nägel mit Köpfen gemacht. Ich machte mich auf zum Caravaning Salon in Barcelona, die größte Caravaning Messe Spaniens. Neben der grossen Auswahl an Modellen lockte mich hier die Möglichkeit, einen ordentlichen Messerabatt abzugreifen. Durch meinen Vorab-Recherchen kamen die 6,30 m Modelle von Malibu und Knaus ganz oben auf die Favoriten Liste.

Auf der Messe habe ich mich dann letztendlich für den Boxlife 630 ME von Knaus entschieden. Der Händler hatte von sich aus noch so viele Extras drauf gepackt (170 Watt Solaranlage, 6.8″ Multi Media Autoradio, Rückfahrkamera, Außendusche im Heck …), dass ich die Messe mit dem Gefühl verließ, ein super Geschäft gemacht zu haben.

Im März 2020 sollte der Wagen ausgeliefert werden. Durch Corona dauerte es dann doch etwas länger. Am 10. Juni kamen dann von meinem Händler zwei Fotos per WhatsApp, begleitet von einem Anruf. Der Wagen sei jetzt in Barcelona angekommen und er brauche ca. zwei weitere Wochen für die Anmeldung und die Installation der Extras.

Glücklicherweise sind wir bereits in der Fase 3 der Aufhebung des Alarmzustandes, so dass es wieder möglich ist, über die Grenzen der eigen Provinz hinaus zu reisen. Noch am nächsten Tag habe ich den Flug nach Barcelona gebucht.