Leben und Arbeiten im Campervan in Spanien.

Mit dem Kastenwagen in der Sierra de Andújar

Nachdem der Dreh für den Werbespot fertig war, bin ich noch zwei Tage in der Sierra von Andújar geblieben. Ich habe die Zeit genossen, alleine in der Natur, ohne Maske, bei schönstem Frühlingswetter. Am Montag habe ich noch eine kurze Wanderung unternommen. Den Startpunkt, dort wo es durch das Tor geht, habe ich auf der Karte markiert.

Die Area recreativa del Encinarejo beginnt an der Straße und geht die gesamte Piste bis zur Staumauer.

Hier noch der Link zum Camping beim Santuario: Camping La Mirada. Ganzjährig geöffnet ausser April. In dem Monat findet die Wallfahrt statt.

Kastenwagen Roadtrip: Zur Vía Verde de la Sierra

Zusatzinformationen zu meinem Video „Radeln unter Geiern“.

Der Radwanderweg

Sowohl an der Station von Olvera als auch an der von Coripe kann man sich Fahrräder, Mountainbikes und E-Bikes, ausleihen.

Von Puerto Serrano nach Olvera muss man ca. 290 Höhenmeter bewältigen.

Man kann die Strecke auch von Olvera nach Puerto Serrano oder nur bis zur Station Coripe radeln und sich mit dem Taxi wieder abholen lassen. Von Puerto Serrano zahlt man glaube ich 45.- €. Die Fahrt muss man vorab reservieren. Informationen hierzu erhält man beim Fahrradverleih.

Während der Saison (oder immer, da bin ich nicht sicher) gibt es Helfer auf der Strecke, die dir zu Hilfe kommen, wenn etwas passiert, z.B. bei einem Platten oder einem Sturz. Die Mobil-Nummer erfährst du im Interpretationszentrum an der Station von Olvera und sicherlich auch beim Fahrradverleih.

Im Wohnmobil unterwegs

Ich habe in meinem Campervan sowohl auf dem Parkplatz der Station von Olvera als auch auf dem der in Puerto Serrano übernachtet. Olvera ist ein offizieller, kostenpflichtiger WoMo Stellplatz und es gibt Ver- und Entsorgung dort. Die Entsorgungsstation ist in einem abgesperrten Bereich, der, als ich dort war, geschlossen war.

Der Parkplatz in Puerto Serrano ist kein offizieller Stellplatz und ich weiß nicht, ob das Nächtigen im WoMo dort erlaubt ist. Außerhalb der Saison kräht da kein Hahn nach.

Hotel

Falls ihr mit dem Mietwagen dort hinfahrt und ein Hotel benötigt, kann ich euch das Hotel Sierra y Cal in Olvera empfehlen, ein einfaches aber ordentliches 2 Sterne Hotel mit geräumigen Zimmern. Über das Hotel kann man auch Fahrräder reservieren. Wenn ihr das ganze lieber über eine Reiseagentur bucht, empfehle ich euch meine 😉.

Der Peñón de Zaframagón

Der Peñón de Zaframagón ist ein Naturreservat. Das Naturreservat ist klein in seinen Ausmaßen, doch groß in seiner Bedeutung für Flora und Fauna. Unter anderem beherbergt es einer der größten Gänsegeier-Kolonie Europas. Aber auch Bienenfresser, Schlangenadler, Schmutzgeier, Uhus, Rötelfalken, Wanderfalken, Eisvögel und Graureiher sind hier zu Hause.

Die beste Aussicht auf den Felsen hat man vom Viadukt von Zaframagón aus über den Canyon von Guadalporcún, von den Einheimischen auch „El Estrechón“ genannt. Also wer hat, Feldstecher und/oder Teleobjektiv mitnehmen.

Die Strecke

Das Video

Meine Erfahrungen mit der Blue Diamond Nature Calls Komposttoilette

Seit fast genau einem Monat benutze ich täglich meine Blue Diamond Nature Calls Komposttoilette. In meinem Video berichte ich über meine Erfahrungen mit dieser Toilette und beantworte die Frage, ob die Entscheidung richtig war, auf eine Trockentrenntoilette umzusteigen und ob ich mit genau dieser Toilette zufrieden bin.

Vor kurzem habe ich in einem Video gezeigt, wie ich meine Kassettentoilette ausgebaut und gegen eine Trenntoilette ausgetauscht habe. Allerdings habe ich die neue Toilette noch nicht eingebaut, sie steht einfach nur in meinem Bad. Wie, das seht Ihr in dem Video.

War die Entscheidung richtig, auf eine Trockentrenntoilette umzusteigen?

Auf jeden Fall, gerade für jemanden, der gerne freisteht, ist das die beste Lösung. In keinem Moment habe ich mir meine alten Kassettentoilette zurückgewünscht. Ich bin nicht mehr abhängig von den Entsorgunsstationen. Die Feststoffe landen im Restmüll und den Urinkanister kann ich im Notfall auch mal in der Natur oder in einem Strassengulli entleeren.

Habe ich mich für das richtige Modell entschieden?

Um das zu klären, möchte ich erst einmal auf die einzelnen Vor- und Nachteile dieser Toilette eingehen.

  • Zu den Vorteilen zählt ganz klar der Preis. 380.- € meines Erachtens ein angemessener Preis. Und es gibt keine Unterhaltskosten (das gilt für alle Trockentrenntoiletten). Ich spare mir jetzt die Zusatzmittel, die in die Kassette kommen. In meinem Fall war das Solbio, mit dem ich übrigens sehr zufrieden war.
  • Zum anderen gefällt mir, dass die Toilette sehr robust, ich denke mal fast unkaputtbar und komplett aus Plastik ist. Dadurch ist sie sehr einfach zu reinigen, auch wenn mal was daneben gehen oder verschüttet werde sollte, was bei mir noch nicht vorgekommen ist. Sie ist mit bis zu 200 Kg. belastbar, wiegt dafür aber auch 8,2 Kg.
  • Sie ist Platzungebunden. Ich kann sie überall hinstellen und vor Allem, beim Duschen stelle ich sie raus unter das Bett und habe so viel mehr Platz im Bad. Das war mit der alten Toilette schon sehr eng.

Die Nachteile der Toilette aus meiner Sicht

  • Was ich als sehr störend empfinde ist, dass ich, um den Urinkanister zu leeren, die komplette Toilette auseinandernehmen und zuerst den Feststoffeimer herausnehmen muss. Denn dieser steht auf dem L-förmigen Urinkanister.
  • Was ebenfalls absolut nervig und meines Erachtens ein Konstruktionsfehler ist, ist dass der Urine nicht komplett abläuft. Es bleibt immer ein kleiner Rest stehen, bedingt durch den Absatz um den Ablauf herum.
  • Die Toilette hat keinen Lüfter. Ich denke mal, dass Sie so nicht als Komposttoilette geeignet ist. Ich muss aber zugeben, dass ich das noch nicht richtig ausprobiert habe. Nur einmal habe ich das Toilettenpapier getrennt in eine Tüte getan und die Hinterlassenschaft mit Hamsterstreu abgedeckt. Habe dann aber doch nach kurzer Zeit die Plastiktüte im Restmüll entsorgt.

Und da kommen wir auch schon zu der Art und Weise, wie ich die Toilette nutze. In den Eimer kommt eine Plastiktüte (besser ist eine kompostierbare) in die ich eine Schicht Sägespäne oder Hamsterstreu schütte. Das Toilettenpapier kommt ebenfalls in die Tüte und das ganze wandert sofort in den Restmüll.

Sicherlich werde ich früher oder später einen Lüfter einbauen, wie, weiß ich noch nicht genau. Das Problem mit dem Urinablauf ist sicherlich nicht so einfach zu beheben.

Falls Ihr Tipps habt, wie man die Toilette optimieren kann, freue ich mich über eure Anregungen in den Kommentaren. Auf jeden Fall hoffe ich, dass mein Artikel Euch die Informationen gibt um zu entscheiden, ob diese Toilette etwas für Euch ist oder nicht. Fragen beantworte ich gerne in den Kommentaren.

Einbau einer Trockentrenntoilette in meinen Knaus Boxlife 630 ME

Wenn du eine Kassetten-Toilette in deinem Van oder Wohnmobil hast, bist du auf die entsprechenden Servicestationen angewiesen, an denen du deine Kassette leeren und ausspülen kannst. Auch wenn ich keine Chemie in der Toilette verwende, kommen für mich nur diese Stationen für das leeren der Kassette in Frage. Das schränkt natürlich ein in der Gestaltung der Reiseroute und Aufenthalte. Von dieser Abhängigkeit möchte ich mich befreien. Die Lösung für mich heißt Trockentrenntoilette.

Was eine Trockentrenntoilette ist, möchte ich in diesem Artikel nicht behandeln. Diejenigen, für die das Neuland ist, soll einfach mal unter dem Begriff Trockentrenntoilette im Internet suchen.

Ich habe mich für die Blue Diamond Nature Calls Komposttoilette entschieden. Ob diese Entscheidung richtig war, erfahrt Ihr in meinem Video zu diesem Thema.

Die Toilette ist komplett aus Plastik, also einfach und hygienisch zu reinigen. Und Sie ist sehr robust, wiegt 7,8 Kg, der Urinkanister hat ein Fassungsvermögen von 8 Litern, der Feststoffbehälter von 7,5 Litern.

Von der Grösse her passt die Toilette ideal in mein Bad. Gekauft habe ich Sie bei VanExped für 380€. Es gibt sie aber auch, etwas teurer, bei Camping Wagner.

Allerdings kann man nicht wirklich von einem Einbau sprechen. Die Toilette steht momentan noch lose in meinem Bad und wenn ich duschen möchte, stelle ich sie einfach in den Gang und habe so viel mehr Platz in meinem Bad :).

Die Nutzung ist natürlich erst einmal gewöhnungsbedürftig. Ich werde so in zwei bis drei Monaten berichten, ob eine Trockentrenntoilette wirklich besser ist als die normale Kassetten Toilette.




Freistehen mit dem Wohnmobil in Spanien – was ist erlaubt?

Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung! Er gibt lediglich meine Recherchen im Internet zu diesem Thema wieder.

Gibt es etwas schöneres, als mit dem Kastenwagen ganz alleine, mitten in der Natur zu stehen? Keine Nachbarn, keine Kuschel-Camper … Camperglück hoch 10.

Doch auch in Spanien tut sich immer mehr Widerstand gegen die Freisteher auf. Einmal sind immer mehr Wohnmobile und Campervans unterwegs, die am liebsten frei stehen. Und zum anderen sind leider dadurch auch immer mehr schwarze Schafe darunter, die uns in Verruf bringen.

Einer der Hauptgründe ist, dass gerne die Natur als Toilette genutzt wird und es stellenweise ganze Strandabschnitte und Dünenlandschaften gibt, die voller Hinterlassenschaften und Klopapier sind. Das kommt bei der Bevölkerung natürlich super an 🙁 . Es gibt zwar auch immer mehr, gerade junge Camper, die Plätze sauberer hinterlasse, als sie sie vorfinden. Beherzt schnappen sie sich einen Müllbeutel und sammeln den ganzen Müll ein, den andere (auch Einheimische) hinterlassen haben und bringen in dort hin, wo er hin gehört. Und ja, auch ich sammle erste einmal den Müll ein, wenn ich an einen schönen Platz in der Natur komme, an dem ich verweilen möchte.

Zum anderen fürchten die Campingplätze und Stellplatzbesitzer um Ihre Kunden. Erst kürzlich hat die Präsidentin des Verbandes der spanischen Campingplätze (FEEC – Federación Española de Campings España) Ana Beriain öffentlich in einem Interview gegen die Freisteher gewettert (was eine Welle der Empörung unter den spanischen Wohnmobilisten auslöste).

Dies hat mich dazu bewogen, folgender Frage auf den Grund zu gehen: Ist Freistehen bzw. das Übernachten im Wohnmobil ausserhalb von Campingplätzen und Stellplätzen in Spanien erlaubt?

Dazu muss man erst einmal klar differenzieren zwischen Stationieren und Campieren. Stationieren (spanisch Estacionar) bedeutet, das Fahrzeug (egal ob PKW oder Wohnmobil) parkt ordnungsgemäß an einer dafür vorgesehenen Stelle. Campieren wäre es, wenn noch andere Faktoren hinzukämen, wie z.B. das Ausfahren der Markise, das Aufklappen der Seitenfenster, Tisch und Stühle raus stellen etc. Selbst eine ausgefahrene Trittstufe kann schon mancherorts als Campieren gedeutet werden.

Es obliegt den Gemeinden in Spanien, zu bestimmen wo und ob an bestimmten Stellen Wohnmobile parken dürfen oder nicht. Darüber hinaus gilt laut der Instrucción 08/V-74 de 2008 (habe ich mir ausgedruckt und immer dabei) des Verkehrsministerium folgendes: So lange ein Fahrzeug korrekt geparkt ist (=Stationieren), innerhalb der vorgesehenen Limitationen, ohne Überschreitung der Zeitbegrenzung, falls es eine geben sollte, ist es irrelevant, ob die Insassen sich im Fahrzeuginneren befinden oder nicht. Das gilt auch für Wohnmobile. Das Wageninnere gilt als privater Raum. Man darf sich darin aufhalten, kochen, das Dach oder die Dachluken hochstellen, Keile unterlegen (Sicherheitsmaßnahme) und auch darin schlafen, solange es eine reine Übernachtung und kein Campieren ist.

Die Gesetzeslage ist also klar, wenn es sich um einen Parkplatz, eine Parkbucht etc. innerhalb und ausserhalb von Ortschaften handelt. Aber es gibt auch Ausnahmen. Verboten ist z.B. generell das Übernachten in Naturparks (Parque Natural) und Naturschutzgebieten. Das gilt auch für die Strände, vor allem an der Mittelmeerküste. Ab und an wird mal ein Auge zugedrückt, vor allem in der Nebensaison (fraglich, wie lange noch). Auch in abgelegenen Regionen im Inland wird das Freistehen oft geduldet, eine Garantie gibt es aber keine.

Wie lange dieses Kulanz Verhalten noch andauert ist schwer zu sagen. Das kommt sicherlich auch darauf an, wie viele „Freisteher“ unterwegs sind und wie sie sich verhalten. Daran sollten wir immer denken, wenn wir irgendwo in freier Natur stehen und uns dementsprechend verhalten. Gerade hier gilt, keine Spuren zu hinterlassen. Zur Inspiration und zum Überdenken unseres Verhaltens in der freien Natur verlinke ich hier noch einmal auf die Organisation Leaf No Trace.

Wenn Ihr Erfahrungen mit dem Freistehen in Spanien gemacht habt, freue ich mich, wenn ihr diese in den Kommentaren mitteilt. In diesem Sinne allzeit gute Fahrt und kommt stressfrei und gesund an.




Im Campervan durch Spanien – Ein Traum geht in Erfüllung

Seit 2011 lebe ich (wieder) in Spanien, in der Nähe von Málaga (mehr über mich hier). Als passionierter Landschaftsfotograf bin ich oft auf Tour, auf der Suche nach neuen, interessanten Fotolocations. Doch wie das so ist mit der Fotografie (wer gerne fotografiert, kennt das), fotografiert man am besten, gerade bei Natur und Landschaft, um Sonnenauf- oder untergang. Wenn dann die Location noch ein bis zwei Autostunden vom Heimatort entfernt liegt, wird die Sache ziemlich aufwendig (mitten in der Nacht aufstehen, ohne richtiges Frühstück losfahren …) Das kann dann schon mal dazu führen, dass man doch lieber zu Hause bleibt.

Und auch für die Erkundung neuer Fotolocations für meine Fotoreisen und Fotoworkshops gilt, erst wenn ich mindestens drei bis vier Mal dort gewesen bin, idealerweise zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten, kann ich etwas über den Platz sagen.

Wie genial wäre es da, wenn ich direkt bei oder in der Nähe der Fotolocation übernachten könnte. Und so wuchs in mir der Gedanke, mir einen Campervan zuzulegen (zugegeben, den Traum vom eigenen Wohnmobil habe ich schon sehr lange). Zudem habe ich das Glück, dass mein Job mir viel Freiraum in meiner Zeitgestaltung gibt. Als Tourguide und Reiseleiter bin ich hauptsächlich im Frühjahr und Herbst unterwegs. Im Sommer und Winter bin ich recht ungebunden. Und da wir als Reiseveranstalter keinen Kundenverkehr haben, kann ich alle Arbeiten vom Van-Office aus erledigen. Diese Umstände ermöglichen es mir, Reisen und Arbeiten zu verbinden.

Im Oktober 2019 habe ich dann Nägel mit Köpfen gemacht. Ich machte mich auf zum Caravaning Salon in Barcelona, die größte Caravaning Messe Spaniens. Neben der grossen Auswahl an Modellen lockte mich hier die Möglichkeit, einen ordentlichen Messerabatt abzugreifen. Durch meinen Vorab-Recherchen kamen die 6,30 m Modelle von Malibu und Knaus ganz oben auf die Favoriten Liste.

Auf der Messe habe ich mich dann letztendlich für den Boxlife 630 ME von Knaus entschieden. Der Händler hatte von sich aus noch so viele Extras drauf gepackt (170 Watt Solaranlage, 6.8″ Multi Media Autoradio, Rückfahrkamera, Außendusche im Heck …), dass ich die Messe mit dem Gefühl verließ, ein super Geschäft gemacht zu haben.

Im März 2020 sollte der Wagen ausgeliefert werden. Durch Corona dauerte es dann doch etwas länger. Am 10. Juni kamen dann von meinem Händler zwei Fotos per WhatsApp, begleitet von einem Anruf. Der Wagen sei jetzt in Barcelona angekommen und er brauche ca. zwei weitere Wochen für die Anmeldung und die Installation der Extras.

Glücklicherweise sind wir bereits in der Fase 3 der Aufhebung des Alarmzustandes, so dass es wieder möglich ist, über die Grenzen der eigen Provinz hinaus zu reisen. Noch am nächsten Tag habe ich den Flug nach Barcelona gebucht.