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The Silent Route – mit dem Kastenwagen durch Teruel

Trotz der hohen Temperaturen verlasse ich den Stellplatz an der Küste und begebe mich Richtung Inland. Denn ich hatte mir verschiedene Route ausgesucht, über die ich berichten wollte. In meiner Planung hatte ich allerdings nicht beachtet, dass es die kommenden Tage überall in Spanien zwischen 37º und 40º geben soll.

Dennoch halte ich an meinem Plan fest und fahre Richtung Terule. Zu meiner Überraschung ist die Region kurz nach Castellón Richtung Landesinnere sehr grün. Und schon fängt es auch an zu regnen und die Temperaturen gehen runter auf 18º C. Welch eine Wohltat. Am nächsten Tag steigen sie wieder an auf 33º C.

Geplant ist, die Silent Route oder Ruta del Silencio entlang zu fahren und an 2 Stellen zu wandern. Die Silent Route ist eine 36 KM lange Landstraße, die im Süden vom Puerto de Cuarto pelado bis im Norden nach Ejulve und noch ein bisschen weiter führt. Dabei durchstreift sie serpentinenartig eine der schönste Landstriche des Inlands. Rechts und links der Route liegen wunderschöne Ortschaften und es gibt viele Möglichkeiten zu Wandern. Ich selbst habe nur die Route zur Quelle des Río Pitarque gemacht. Eine weitere interessante Wanderung führt durch die Schlucht und zum Mirador von Vallore. Diese hat es allerdings in sich, wenn man den Teil hoch zum Mirador mit macht. Man kann allerdings auch nur die Flusswanderung machen.

Meine beiden Übernachtungsplätze auf der Tour: 1. auf dem Wanderparkplatz bei der Antigua Central Térmica, bei Aliaga (dort gibt es ebenfalls eine interessante Wanderung) und 2. in dem Dörfchen Villarluengo. Des weiteren gibt es in Ejulve einen sehr netten Wohnmobil Stellplatz.

Weiterführende Informationen zu der Route findet man auf der Webseite: https://thesilentroute.com/.

Mit dem Kastenwagen in der Sierra de Andújar

Nachdem der Dreh für den Werbespot fertig war, bin ich noch zwei Tage in der Sierra von Andújar geblieben. Ich habe die Zeit genossen, alleine in der Natur, ohne Maske, bei schönstem Frühlingswetter. Am Montag habe ich noch eine kurze Wanderung unternommen. Den Startpunkt, dort wo es durch das Tor geht, habe ich auf der Karte markiert.

Die Area recreativa del Encinarejo beginnt an der Straße und geht die gesamte Piste bis zur Staumauer.

Hier noch der Link zum Camping beim Santuario: Camping La Mirada. Ganzjährig geöffnet ausser April. In dem Monat findet die Wallfahrt statt.

Freistehen mit dem Wohnmobil in Spanien – was ist erlaubt?

Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung! Er gibt lediglich meine Recherchen im Internet zu diesem Thema wieder.

Gibt es etwas schöneres, als mit dem Kastenwagen ganz alleine, mitten in der Natur zu stehen? Keine Nachbarn, keine Kuschel-Camper … Camperglück hoch 10.

Doch auch in Spanien tut sich immer mehr Widerstand gegen die Freisteher auf. Einmal sind immer mehr Wohnmobile und Campervans unterwegs, die am liebsten frei stehen. Und zum anderen sind leider dadurch auch immer mehr schwarze Schafe darunter, die uns in Verruf bringen.

Einer der Hauptgründe ist, dass gerne die Natur als Toilette genutzt wird und es stellenweise ganze Strandabschnitte und Dünenlandschaften gibt, die voller Hinterlassenschaften und Klopapier sind. Das kommt bei der Bevölkerung natürlich super an 🙁 . Es gibt zwar auch immer mehr, gerade junge Camper, die Plätze sauberer hinterlasse, als sie sie vorfinden. Beherzt schnappen sie sich einen Müllbeutel und sammeln den ganzen Müll ein, den andere (auch Einheimische) hinterlassen haben und bringen in dort hin, wo er hin gehört. Und ja, auch ich sammle erste einmal den Müll ein, wenn ich an einen schönen Platz in der Natur komme, an dem ich verweilen möchte.

Zum anderen fürchten die Campingplätze und Stellplatzbesitzer um Ihre Kunden. Erst kürzlich hat die Präsidentin des Verbandes der spanischen Campingplätze (FEEC – Federación Española de Campings España) Ana Beriain öffentlich in einem Interview gegen die Freisteher gewettert (was eine Welle der Empörung unter den spanischen Wohnmobilisten auslöste).

Dies hat mich dazu bewogen, folgender Frage auf den Grund zu gehen: Ist Freistehen bzw. das Übernachten im Wohnmobil ausserhalb von Campingplätzen und Stellplätzen in Spanien erlaubt?

Dazu muss man erst einmal klar differenzieren zwischen Stationieren und Campieren. Stationieren (spanisch Estacionar) bedeutet, das Fahrzeug (egal ob PKW oder Wohnmobil) parkt ordnungsgemäß an einer dafür vorgesehenen Stelle. Campieren wäre es, wenn noch andere Faktoren hinzukämen, wie z.B. das Ausfahren der Markise, das Aufklappen der Seitenfenster, Tisch und Stühle raus stellen etc. Selbst eine ausgefahrene Trittstufe kann schon mancherorts als Campieren gedeutet werden.

Es obliegt den Gemeinden in Spanien, zu bestimmen wo und ob an bestimmten Stellen Wohnmobile parken dürfen oder nicht. Darüber hinaus gilt laut der Instrucción 08/V-74 de 2008 (habe ich mir ausgedruckt und immer dabei) des Verkehrsministerium folgendes: So lange ein Fahrzeug korrekt geparkt ist (=Stationieren), innerhalb der vorgesehenen Limitationen, ohne Überschreitung der Zeitbegrenzung, falls es eine geben sollte, ist es irrelevant, ob die Insassen sich im Fahrzeuginneren befinden oder nicht. Das gilt auch für Wohnmobile. Das Wageninnere gilt als privater Raum. Man darf sich darin aufhalten, kochen, das Dach oder die Dachluken hochstellen, Keile unterlegen (Sicherheitsmaßnahme) und auch darin schlafen, solange es eine reine Übernachtung und kein Campieren ist.

Die Gesetzeslage ist also klar, wenn es sich um einen Parkplatz, eine Parkbucht etc. innerhalb und ausserhalb von Ortschaften handelt. Aber es gibt auch Ausnahmen. Verboten ist z.B. generell das Übernachten in Naturparks (Parque Natural) und Naturschutzgebieten. Das gilt auch für die Strände, vor allem an der Mittelmeerküste. Ab und an wird mal ein Auge zugedrückt, vor allem in der Nebensaison (fraglich, wie lange noch). Auch in abgelegenen Regionen im Inland wird das Freistehen oft geduldet, eine Garantie gibt es aber keine.

Wie lange dieses Kulanz Verhalten noch andauert ist schwer zu sagen. Das kommt sicherlich auch darauf an, wie viele „Freisteher“ unterwegs sind und wie sie sich verhalten. Daran sollten wir immer denken, wenn wir irgendwo in freier Natur stehen und uns dementsprechend verhalten. Gerade hier gilt, keine Spuren zu hinterlassen. Zur Inspiration und zum Überdenken unseres Verhaltens in der freien Natur verlinke ich hier noch einmal auf die Organisation Leaf No Trace.

Wenn Ihr Erfahrungen mit dem Freistehen in Spanien gemacht habt, freue ich mich, wenn ihr diese in den Kommentaren mitteilt. In diesem Sinne allzeit gute Fahrt und kommt stressfrei und gesund an.