Schlagwortarchiv für: nachgedacht

Mindfulness und kontemplative Fotografie

Mindfulness heißt nichts anderes als Achtsamkeit, eine gewollte Achtsamkeit die sich auf den gegenwärtigen Moment bezieht und nicht wertend ist. Den Ursprung dieses Konzeptes der „Achtsamkeit“ finden wir in der buddhistischen Lehre und Meditations­praxis. Gearbeitet wird mit dem Konzept hauptsächlich in der Psychotherapie und in der Stressbewältigung.

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Aggression Fotografie

Fotografie ein Akt der Aggression? In ihrem Buch über die Rolle der Fotografie in vergangenen Kulturen und unserer aktuellen Gesellschaft (70er Jahre), „On Photography“, schreibt Susan Sontag „There is an aggression implicit in every use of the camera“ oder „To photograph people is to violate them“.

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Warum Schwarz-Weiß Fotografie

Sicherlich hat jeder Fotograf seine eigenen Gründe, warum er in Schwarz-Weiß fotografiert bzw. entwickelt. Hier sind meine persönlichen Beweggründe und ein paar Gedanken zum Thema:

Durch die Darstellung eines Bildes in Graustufen treten die Bedeutung von Licht und Schatten, Kontrasten, Linien und Formen mehr in den Vordergrund. Durch Farben wird der Betrachter unmittelbar emotional angesprochen. Diese vordergründige Emotionalität entfällt bei einem Schwarz-Weiß Foto.

Die Reduktion auf Helligkeitsstufen lässt das Bild in erster Linie grafisch wirken. Die Linien, Formen und Konturen des Motivs werden mehr betont. Mit der Farbfotografie lässt sich zeigen wie etwas aussieht. Durch die Graustufen wird das Motiv verfremdet und gleichzeitig auf eine bestimmte Weise betont. Also eher eine subjektive Interpretation einer Realität. Um solch ein Schwarz-Weiß Foto zu entschlüsseln, muss man sich mehr auf das Bild konzentrieren, sich einlassen.

Eine weitere Wirkung der Graustufen ist die Zeitlosigkeit. Diese Zeitlosigkeit macht, bewusst oder unbewusst, die Bilder somit auch vergleichbarer mit denen von Fotogrössen wie Henri Cartier-Bresson, Ansel Adams, Robert Kapa, Vivian Maier etc., die aus der Ära der Schwarz-Weiß-Fotografie stammen und heute noch als Referenz für „wahre“ oder „echte“ Fotografie gelten. Das verleiht den monochromen Bildern per se eine künstlerische Komponente.

Ganz banal gibt es aber auch Situationen, in denen die Farben absolut nicht passend sind für die Stimmung. Oder es gibt eine Kombination von Farben in der Szene, die einfach nur weh tun. Durch die Umwandlung in Schwarz-Weiß kann man das ausgleichen. Böse Zungen mögen nun behaupten, dass somit ein schlechtes Farbfoto zu einem guten Schwarz-Weiß Foto gemacht wird. Mag sein. Aber eines ist gewiss: für ein gutes Schwarz-Weiß Foto benötigt man (in der Digital-Fotografie) als Ausgangspunkt ein gutes Farbfoto.

Ich persönlich fotografieren selten vorsätzlich in Schwarz-Weiß. In der Regel entscheide ich bei der Entwicklung, ob ich ein Bild in Monochrom umwandel. Dies geschieht entweder in Lightroom oder in Photoshop, wo ich doch mehr Möglichkeiten haben, wenn es z.B. um den „Analog-Look“ (Körnung, Sepia etc.) geht. Gerne verwende ich dafür auch den Nik Filter Silver Efex Pro.

Doch wenn ich vorsätzlich in Schwarz-Weiß fotografiere, stelle ich die Kamera auf monochrom. So erscheint das Bild im Sucher monochrom. Da ich in RAW fotografiere, ändert das an der Aufnahme erst einmal nichts. Aber ich bekomme ein besseres Gefühl für die Graustufen, und kann besser einschätzen, wie das Bild wird und ob es mir so gefällt.

Jeder hat sicherlich seine eigenen Begründungen, warum er/sie in Farbe oder in Schwarz/Weiß fotografiert, doch letzendlich ist es doch nur ein Grund: Ich mache es, weil es mir gefällt.

Hier geht es zu meinem Fotoalbum Bäume in Schwarz/Weiß.