Ein Schneidebrett oder ein Flaschenhalter muss einiges aushalten: Hände, Küchenfeuchtigkeit und den täglichen Gebrauch. Ich möchte genau wissen, was in meinem Finish steckt. Deshalb stelle ich das Wachs selbst her. Das Rezept ist einfach – hier sind die genauen Mengenangaben.
Die Zutaten
Du brauchst nur zwei Dinge:
- 250 Gramm Bienenwachs
1 Liter flüssiges Paraffinöl, 100 % rein und lebensmittelecht
Dieser letzte Punkt ist mir am wichtigsten. Viele meiner Stücke, wie etwa Schneidebretter, kommen direkt mit Lebensmitteln in Kontakt. Deshalb ist es wichtig, dass auf dem Öl ein Hinweis zur Lebensmittelechtheit steht. Wenn du ein anderes Öl verwendest, achte unbedingt auf das gleiche Merkmal.
So gehe ich vor
Ich gebe das Wachs und das Öl zusammen in einen Topf und stelle diesen in ein Wasserbad. Ich erhitze es nicht direkt auf der Flamme, da sich das Wachs sonst ungleichmäßig erwärmt und leichter anbrennen oder überhitzen kann.
Ich rühre zwischendurch immer wieder um, bis sich das Bienenwachs vollständig aufgelöst hat. Es sollten keine Stücke oder Klumpen mehr zu sehen sein. Bei diesen Mengen dauert das eine Weile, also bring ein wenig Geduld mit.
Sobald die Mischung gleichmäßig ist, fülle ich sie in mehrere Glasbehälter ab. Ich bevorzuge mehrere kleine Gläser gegenüber einem großen: So verbrauchst du eines nach dem anderen, während die restlichen verschlossen bleiben.
Ich lasse die Mischung ungestört abkühlen und fest werden. Beim Abkühlen nimmt sie eine weiche, pastöse Konsistenz an, die du perfekt mit einem Tuch auftragen kannst.
Ein paar praktische Hinweise
- Mit einem Liter Öl erhältst du ein recht weiches Wachs, das sich leicht verteilen lässt. Ich teste gerade noch, ob für manche Stücke eine festere Mischung besser geeignet ist. Wenn ich die Proportionen ändere, erfährst du es hier.
- Verwende einen Topf, den du nicht mehr zum Kochen brauchst. Das Wachs wieder von den Wänden zu bekommen, ist mühsamer, als du denkst.
- Fülle die Gläser vorsichtig ab, solange der Behälter noch heiß ist: Die flüssige Mischung hinterlässt Flecken und verursacht Verbrennungen.
- Bewahre die Gläser verschlossen an einem kühlen Ort auf.
Warum du Olivenöl und andere Pflanzenöle meiden solltest
Pflanzliche Öle (wie Oliven-, Sonnenblumen-, Mais- oder Sojaöl) oxidieren und werden mit der Zeit ranzig, wenn sie Luft, Licht und der Küchenwärme ausgesetzt sind. Sie hinterlassen unangenehme Gerüche und Geschmäcker und können eine klebrige oder fettige Oberfläche bilden, die schwer zu reinigen ist.
Besonders für Schneidebretter, Küchenutensilien und Kinderspielzeug ist lebensmittelechtes Mineralöl (USP-Qualität) der empfohlene Standard. Es ist geruchs- und geschmacksneutral sowie stabil: Es oxidiert nicht und wird nicht ranzig. Es dringt gut in das Holz ein, spendet Feuchtigkeit und macht es wasserabweisender, ohne einen Film zu bilden.





